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Allgemein

Das habe ich aber nicht geführt…

Huiiii, dieser Satz… Er kann gleichzeitig richtig und total daneben sein.
Ich erkläre das gleich…

Auf einem nicht-professionellem Tanzlevel ist unsere Körper- und Bewegungswahrnehmung nicht wirklich top. Wir nehmen viele unsere unterbewussten Bewegungen gar nicht wahr. Selbst wenn wir auf diese Bewegung angesprochen werden, wollen wir oft daran nicht glauben, dass wir dies oder das tatsächlich tun.

So sollte demnach der Titelsatz wirklich lauten:

„Dieses Ergebnis wollte ich aber nicht…“

Das ist jetzt weniger diskutabel und deutlich konkreter in der Aussage. 

Im letzten Artikel haben wir uns über die Missverständnisse seitens der Follower beschäftigt und heute sind natürlich die Leader dran. Nur damit du nicht denkst, ich wäre parteiisch, haha! 🙂

Die Säulen der Kommunikation im Social Dance

Tanzen ist eine wunderschöne und kunstvolle Art der Kommunikation und der Ausdruck unserer momentanen Gefühle und unserer Kreativität.

Diese Kommunikation passiert aufgrund der Tools und etablierten „Regeln“ eines spezifischen Tanzstiles. Es gibt einige Tools, die für alle Tanzstile gelten und einige wiederum, die nur für einen spezifisch sind.

Kennen wir diese Tools und Regeln, dann fällt die Kommunikation deutlich leichter.
Klar!

Das sind jetzt bereits zwei wichtige Säulen, die wir kennen und beherrschen müssten: die eigene Körper- und Bewegungswahrnehmung UND die Regeln und die Tools der Kommunikation des Tanzstiles.

Dann kommen noch die Beobachtungsgabe und das „Scannen“ der Bewegung unseres Partners hinzu. Diese Säule versichert, dass wir auf Kurs sind, bzw. „meldet Alarm“, wenn dies nicht der Fall sein sollte.

Wenn wir nicht mehr „auf Kurs“ sein sollten, sprich, unser Partner setzt unsere Bewegung anders um als gewollt, gibt es mindestens drei Gründe dafür:

  • Es liegt an der Inkompetenz (Ungenauigkeit der Ausführung) des Leaders
  • Es liegt an der Inkompetenz (Ungenauigkeit der Ausführung) des Followers
  • Beides zusammen 😉

So einfach… Dann können wir Feierabend machen, oder? 

Nö!

Wenn die Follower nicht so tanzen, wie es die Leader geführt haben, tendieren manche Leader sofort ihrem Partner die Schuld und Verantwortung dafür zu übergeben.
Das ist höchst problematisch. Been there, done it, not good!

Es kommt auf das Tanzevel an

Es kommt natürlich drauf an, auf welchem Level der Follower UND Leader tanzen.
Sind sie beide auf dem ähnlichen Level sollte man gefühlvoll und differenziert die gesamte Situation mit etwas (emotionalem) Abstand betrachten. Man darf dabei nie diese mangelnde Eigenbewegungswahrnehmung ausser Acht lassen. 

Es ist immer so gut, wie das Zusammenspiel von Leader und Follower funktioniert.

Bist du dir in dieser Situation 100% sicher, dass du selbst alles vollkommen korrekt ausgeführt hast?
Das war ich tatsächlich oft und wurde sehr schnell des Besseren belehrt. Die Wahrnehmung, sage ich dir, die ist ein Hund!

Wenn der Follower aber auf einem deutlich höheren Level tanzt, und es passiert ein ungewünschter „Output“ einer Figur, könnte es möglicherweise daran liegen, dass sie (oder er) mit ihrer Interpretation die Ungenauigkeiten des Leaders kompensiert und einfach das beste draus gemacht hat. Ein Klassiker. Der Leader müsste sich in diesem Fall entspannen und geniessen, dass aus seinem Lead mehr passiert als ursprünglich gewollt. 😉
Er muss einfach noch „Kilometer sammeln“ und an der Genauigkeit und Entschlossenheit seiner Führung arbeiten.
Easy, haha! 🙂

Wenn das Tanzlevel des Followers aber deutlich drunter liegt, dann sollte der Leader mehr seine Beobachtungsgabe einschalten und noch klarer führen, als es ihm vielleicht lieb ist. Es ist manchmal so, wie wenn man mit Ausländer spricht, die unsere Sprache kaum sprechen. Man spricht (hoffentlich) deutlich und klar statt im Dialekt und ungenau und verwendet keine komplizierten und lange Worte bzw. Sätze. So funktioniert die Kommunikation viel effektiver, oder? 

Fazit

Social Dance ist nicht schwarz-weiss. Es gibt viele Graustufen und Nuancen und ganz wenige absolute Werte. Wir wollen oft glauben, dass es „der andere“ ist, der etwas falsch macht, weil wir uns dabei besser fühlen und aus dem Schneider sind.
In Wahrheit hilft dieses Mindset niemandem.

Wir Leader denken zu oft zu streng an die ach so wichtige Bedeutung unserer Führung und vergessen in kritischen Situationen, dass es beim Social Dance um einen Dialog geht. Es geht um die Interpretation der Energie, die wir in die Konversation hinein investieren. Und wir sind nicht die, die unsere Führung interpretieren! Das sind unsere PartnerInnen!

Es ist also nur eine Interpretation unserer Führung – nicht die genaue Umsetzung!

Das macht einen großen Unterschied, wenn wir das begreifen.
Wir Leader haben oft viel zu fixe Vorstellung, wie unsere PartnerInnen die Bewegung X oder Y ausführen sollen oder gar müssen.
Das ist viel zu anstrengend. Für alle Beteiligten!

Wir sollten viel eher akzeptieren, dass das Ganze von vielen Faktoren abhängig ist, und dass es nicht immer genau nach unserer eigenen Vorstellung abläuft.
Das ist natürlich lange Zeit total irritierend, aber mit der Zeit sammeln wir viele Plan Bs, Cs, Ds usw. 

Ja, du bist ein guter Leader, wenn du sehr präzise führen kannst und eine sehr gute „Quote“ deiner gewünschten Figuren erzielen kannst.
Du bist aber ein großartiger Leader, wenn du aus einer beliebigen unerwarteten Situation mehrere kreative Ausgänge gestalten kannst, ohne dass es wie ein „Unfall“ aussieht und wirkt. 

Das macht für mich die Magie des Social Dance aus. Das nehme ich an jedem Tag statt dem korrekten Lead & Follow.
Weil das viel mehr Sinne und Ebenen eines Menschen anspricht und uns am Ende viel mehr zurückgibt statt einfach korrekt eine Bewegung auszuführen. 

Expect no perfection, chillax,
Dance And Make A Diffference

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