Conny, unser 7-jähriger Sohn Finn und ich waren diese Woche zwei Tage in den Bergen – in unserer Lieblingshütte.
Und zum ersten Mal alle drei im Hochseilgarten.
Finni ist ein vorsichtiger Mini-Sportler. Kein Draufgänger.
Der Hochseilgarten hat ihn sehr gereizt – aber er hat auch ordentlich Bammel davor gehabt.
Kein Wunder: In 5 Metern Höhe über wacklige Bretter von Baum zu Baum zu balancieren braucht Mut.
Für klein UND groß.
Man hat ihm angesehen, wie es ihn vor jeder kritischen Stelle gerissen hat. Es war für ihn sehr unbequem und teilweise anstrengend.
Und dann hat er angefangen, vor schwierigen Stellen mit sich selbst zu reden:
„Komm, Finni! Jetzt ist dein ganzer Mut gefragt!“
„Finni, du schaffst das! Nimm deinen ganzen Mut zusammen!“ 🥹🥹
So entzückend, das zu beobachten.
Noch schöner war aber seine Reaktion, nachdem er die Stelle geschafft hat. Der Junge war RICHTIG stolz auf sich. (Conny und ich sowieso.)
Am nächsten Tag: eine ganz andere Geschichte.
Die Angst war plötzlich weg. Respekt und Fokus waren noch da, aber das unbequeme Gefühl war verschwunden.
Weil er jetzt wusste: Ich kann das!




So geht es uns oft beim Tanzen.
Wir alle stehen immer wieder vor ungemütlichen, manchmal peinlichen Situationen auf der Tanzfläche.
Nur: Wir Erwachsene tragen dabei einen großen emotionalen Rucksack mit uns – vollgepackt mit Unsicherheiten, Ängsten und Glaubenssätzen.
Gestern erst im Workshop hat eine richtig gute Tänzerin zu mir gesagt: „Ich kann nicht gut drehen!“
Dabei ist ihre Drehtechnik völlig in Ordnung. Was ihr im Weg stand, war kein Technik-Problem. Es war der emotionale Stress vor jeder Drehung. Eine Angst, die sie sich irgendwann (warum auch immer) selbst eingeredet hat – völlig unbegründet!
Und genau das machen wir ständig:
Neue Führungstechnik? „Ich kann das nicht.“
Eine ungewohnte Bewegung? „Ich bin nicht gut darin.“
Mag sein. Aber sprich den Satz zu Ende: „…, aber ich kann es lernen!“
Das verändert alles!
Was uns dann noch fehlt, ist genau der Mut, den unsere Kleinen jeden Tag aufbringen.
So wie Finni im Hochseilgarten.
Und fast immer merken wir hinterher: War doch gar nicht so schlimm.
Frage an dich:
Welche Situation auf der Tanzfläche triggert dich gerade, während du das liest?
Denk an eine Situation, die dir (eventuell regelmäßig) unangenehm oder sogar peinlich ist.
Und dann frag dich:
„Was könnte ich lernen, damit diese Situation ihren Schrecken verliert?“
„Was müsste ich glauben, damit dieses unangenehme Gefühl verschwindet?“
Frage 2 ist die spannende.
Oder du machst es einfach wie unser Finni — mit einem Selbstgespräch:
„Komm, du schaffst das. Jetzt ist dein ganzer Mut gefragt!“ 💪
Du wirst genauso stolz auf dich sein wie Finn, wenn du dich dem stellst.
Zur Erinnerung: Beim Tanzen hängst du nicht in 5 Metern Höhe an einem dünnen Seil. Es kann also wirklich nichts objektiv Schlimmes passieren. 😉
Häppy Dancing,
Dado
P.S.
Hier sind (unter anderem) 3 Wege, wie wir dir helfen können, mehr Gefühl und Geschmeidigkeit in deinem Tanzen zu erleben:
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