Es gab eine Zeit, da hat man Paartanz so „gelernt“:
Hinschauen. Abschauen. Figuren abklopfen.
Conny und ich haben Anfang der 00er Jahre auch genauso angefangen.
Wenig Konzepte. Viele Moves.
Du hast entweder Glück, Talent oder Durchhaltevermögen gebraucht, um weiterzukommen aber am besten alle drei.
Einige werden jetzt irritiert sein.
Denn viele denken sich:
„Äääh… ich lerne Tanzen immer noch genau so. Figuren büffeln und hoffen, dass Bewegungsqualität, Connection, Ausdruck und Musikalität irgendwie von alleine mitwachsen.“
Reality Check:
Das ist der ALTE Weg, Paartanz zu lernen/unterrichten!
Und dieser Weg funktioniert nur für eine ganz bestimmte Gruppe: die Naturtalente.
Naturtalente sehen eine Bewegung und machen sie sofort nach.
Aber das sind maximal 5% aller Paartänzer:innen.
Um die mache ich mir keine Sorgen.
Die könntest du in einer Besenkammer mit ein paar YouTube-Tutorials einsperren – und sie kommen als Dancing-Stars wieder raus.
Was ist aber mit den restlichen 95%?
Die brauchen etwas anderes:
– Klare Vermittlung der Bewegungs-Konzepte,
– Konkrete Übungen,
– Viele Wiederholungen,
– Und vor allem: Zeit!
Genau diesen Menschen widmen wir uns in unserem Unterricht mit Begeisterung und Neugierde. 🤩
Der alte Weg:
Tanz-Technik ist langweilig, anstrengend und trocken.
Also gibt's lieber Figurenfolgen auf dem Menü. Die fühlen sich nach „mehr Erfolgserlebnis“ an.
Das Resultat?
Tanz-Zombies.
Der neue Weg:
Spielerische, verständliche und gut dosierte Vermittlung der Konzepte – gestreut in jeder Einheit.
Keine endlosen Figurenfolgen sondern wenige Bausteine, kombiniert mit wertvollen Tanzaspekten und -Konzepten.
Daraus entsteht ein lebendiger, attraktiver Paartanz.
Das Resultat?
Begeisterte, gefühlvolle Tanzpartner, die im Flow tanzen.
Aber wieso ist der alte Weg immer noch so aktuell?
Ganz einfach:
Weil er leichter ist.
Schritt 1, dann Schritt 2, dann Schritt 3… fertig ist die Figur.
Nächste Woche? Neue Figur.
Man lernt Vokabeln ohne wirklich fliessend die Sprache zu sprechen.
Was passiert beim neuen Weg?
Aus einer Basic-Folge mit nur 3-4 Grundelementen entsteht etwas ganz Besonderes.
Ein bisschen Musikalität da.
Ein bisschen Ausdruck dort.
Eine kleine Footwork-Variation hier..
Ein Hauch Groove & Styling oben drauf.
Et voilà!
Eine Basic-Folge wird alles andere als basic.
Kein Rezept – Konzept!
Der alte Weg ist wie Malen nach Zahlen. Der neue Weg ist wie selbst zu malen — mit Pinsel, Farben und einer Idee im Kopf.
Was bedeutet das für uns Social Dancer?
Mit dem neuen Weg kann wirklich jede:r passabel tanzen lernen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn man diese Konzepte systematisch verfolgt und dranbleibt.
Von nix kommt nix.
Aber von ein bisschen – dafür regelmäßig und auf Dauer – kommt sehr viel. 😉
Was tun, wenn deine Tanzschule noch nach dem alten Weg unterrichtet?
Wichtig vorab:
Lauf nicht gleich davon, nur wegen diesem Newsletter. 🙈
Das ist das Letzte, was ich will.
Stattdessen — versuch's so:
Stell eine Frage im Unterricht:
„Wie mache ich das?“
Oder: „Wie führt man das wirklich?“
Schick deinem Tanzlehrenden gute konzeptuelle YT-Tutorials.
Frag freundlich, ob ihr so ein Konzept auch im Unterricht erforschen könntet.
Bleib respektvoll. Nicht provozierend.
Das ist eine sensible Angelegenheit.
Du willst niemanden angreifen.
Du willst das Beste – für euch beide.
Eines ist klar:
Der neue Weg ist kein Trend.
Immer mehr Tänzer:innen und Tanzlehrende erkennen das.
Ein Hoch auf euch! 🙌
Häppy Dancing,
Dado