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Der Unterschied zwischen den „guten“ und unsicheren Tanzpaaren

Eine typische Tanzkurs-Situation:
Es wird eine Figur gezeigt und Teilnehmende sollen sie zu Musik üben…
Das eine Pärchen tanzt die Figur scheinbar mühelos.
Das andere verpasst den Einsatz und stolpert durch die Figur.
Jemand lacht verlegen und ein wenig frustriert.
Jemand anders wirkt ganz selbstverständlich.

Aber hier ist etwas, das man von außen nicht sieht:

Der „beste“ Paar im Raum hat mehr mit dem unsichersten gemeinsam als mit dem Paar, das zu Hause geblieben ist.

Beide haben sich zum Kurs angemeldet und dazu commitet.
Beide sind zum Kursabend erschienen – vielleicht nach einem langen Arbeitstag.
Beide haben akzeptiert, dass es Momente geben wird, in denen etwas nicht klappt.
Beide stellen sich der Situation, in der sie nicht alles kontrollieren können.
Und beide haben schon Fehler gemacht.

Der Unterschied liegt nicht (nur) im Talent.
Auch nicht in der Anzahl der Figuren, die sie beherrschen.
Nicht einmal im Rhythmusgefühl.

Den Unterschied macht die Ausdauer.

Wahrer Erfolg im Social Dancing ist oft nichts anderes als Durchhalten in Verkleidung.

Es ist der Mut Bewegungen zu üben, die man (noch) nicht kann.
Es ist die Bereitschaft „sich zu blamieren“ (auch, wenn „die Blamage“ nur im Kopf lebt), bis man die Bewegung endlich tanzen kann. 
Es ist das Weitermachen nach einem verpatzen Versuch.
Es ist das innere „Egal – noch mal“, während die Musik weiterläuft.

Die, die wirklich gut werden, sind nicht die, die nie stolpern.
Es sind die, die weiter machen und aufstehen, wenn sie stolpern.
Es sind die, die sich selbst nicht als „schlecht“ bezeichnen, nur weil sie es noch nicht drauf haben.
Sie machen Fehler – aber sie machen daraus keine Identität.

Viele hören innerlich nach dem ersten holprigen Abend auf.
Im Kopf läuft schon das Urteil:
Ich kann das nicht. Ich bin nicht gut genug“

Breaking News:
Im Social Dancing geht es nicht darum, perfekt zu sein!
Es geht darum, weiter zu tanzen und das beste draus zu machen.

Erfolg im Social Dancing ist selten Talent.
Es ist Wiederholung.
Dran bleiben.

Paare, die das akzeptieren stehen irgendwann viel sicherer da.
Sie führen klarer. Sie folgen entspannter. Sie lächeln öfter.
Nicht, weil sie über Nacht Talent entwickelt haben.
Sondern weil sie dran geblieben sind und den (manchmal holprigen) Weg als Ziel akzeptiert haben.

Das Sofa zu Hause… ist sicher.
Dort gibt es keine verpatzten Drehungen.
Keine Taktprobleme.
Keine kurzen Momente von Unsicherheit.
Aber auf dem vermeintlich sicheren Sofa wächst auch nichts.
(Von dort stammen maximal die Hasskommentare im Social Media…)

Wachstum passiert zwischen zwei verpatzten Versuchen und dem „noch einmal!“
Zwischen „Das kann ich noch nicht“ und „Oh – jetzt klappt’s doch“.

Wenn du also gerade in einem dieser Momente steckst, in denen du denkst, alle anderen wären weiter:
Du bist nicht „schlecht“.
Du bist nur mittendrin im Lernprozess.
Und genau dort wartet dein nächster Schritt. 
Es ist nur eine Frage der Zeit…
… wenn du dran bleibst!

Häppy Dancing!
Dado

P.S. Im letzten Newsletter habe ich ein YouTube-Tutorial zum Thema „Die Grundbewegung in jedem Tanzstil“ versprochen.
Heute wurde dieses Tutorial veröffentlicht