Wir befinden uns gerade im Familienurlaub.
Sonne, Meer, Frühstück ohne Uhrzeit, Aktivitäten mit meinem kleinen Finn und Conny. Das ganze Programm.
Dennoch habe ich gestern einen Coaching-Call genommen, weil ich das Gefühl gehabt habe:
Das ist wichtig, das kann nicht warten.
Und dieses Thema betrifft soooo viele Social Dancer!
Ein Pärchen aus unserem Salsa Flow-Programm waren sehr mit sich frustriert. Und zwar richtig.
Ihr eingereichtes Video war aber ganz passabel. Sie haben eigentlich die vorgegebenen Aufgaben gut (genug) umgesetzt. Kein Grund frustriert zu sein. Deswegen war ich irritiert!
Dann kam es im Call:
„Wenn etwas nicht klappt, ist er sofort genervt. Ich sehe das in seinem Gesicht. Und dann will ich aufhören, weil es für mich keinen Sinn hat, frustriert weiter zu tanzen.“
Ich selbst kenne das nur zu gut – vor vielen Jahren hatten Conny und ich ähnliche Diskussionen. Hatten, wohl gemerkt! 😅
Sein Ärger über seinen eigenen (kleinen) Fehler hat ihr den Tanzspaß genommen. Und dann ihm auch!
Nicht der eigentliche Tanzfehler – es war der Ärger darüber!
Die Rechnung, die niemand aufmacht
Ich wollte im Call aber zuerst die angesprochenen TANZfehler aus dem Weg räumen, damit sie ruhiger werden.
Weißt du, wie lange wir gebraucht haben? 10 Minuten.
Die Ausholbewegung war da ein bisschen zu groß, dort ein bisschen zu große Armbewegung. Im Grunde Kleinigkeiten, die wir schnell erledigt haben!
Am Ende hat es so geschmeidig ausgesehen, dass ich es selbst nicht erwartet habe.
10 Minuten für das, was viele (unnötige) und lange Diskussionen ausgelöst hat.
Rechne das mal für dich durch.
Ein Fehler auf der Tanzfläche dauert vielleicht 2 Sekunden. Dein Gesicht (und Ärger) danach dauert womöglich den ganzen Abend.
Schade, oder?
Hier kommen schockierende News:
Dein Partner tanzt nicht nur mit deinen Füßen. Er oder sie tanzt mit deinem Gesichtsausdruck, mit deinen Emotionen, mit deinen Stimmungen…
Woher der Ärger wirklich kommt
Später im Call ist der eigentliche Grund für den Frust rausgekommen.
Er hat mir von YouTube-Videos erzählt. Von einem Typen, der bereits nach eineinhalb Jahren schon so richtig gut getanzt hat – viel besser als sie selbst nach 3,5 Jahren!
Und da war sie: die Messlatte.
Hier ist aber das Problem mit dieser Art Messlatte. Erstmal siehst du in einem kurzen Social Media Video nur den Take, der funktioniert hat. Der veröffentlicht wurde. Du siehst nie die neununddreißig gescheiterten Versuche davor.
Glaub mir, ich weiß es!
Du siehst aber vor allem nicht die Jahre Vorerfahrung, vielleicht nicht in dem Tanzstil, aber in einer anderen sehr verwandten Disziplin.
Du siehst nicht den Übungsaufwand, nicht die körperlichen Predispositionen, nicht die Musik, mit der derjenige aufgewachsen ist.
Du.siehst.nur.ein.Video! 🤷♂️
Und dann urteilst du über dich selbst und alles, was du noch nicht geschafft hast!
Ist doch sehr nicht logisch, oder?
Conny selbst hat mir vor 2 Tagen gesagt:
„Ich werde z.B. nie wie Bersi Cortez tanzen – und das ist OK!“
Bersi ist Venezolanerin, eine der besten Salsatänzerinnen der Welt, ist ausgebildete Tänzerin und macht seit 30 Jahren nichts anderes als Salsa und Afro. Conny tanzt selbst seit 25 Jahren und ist ein Profi.
Und selbst sie sagt:
„Nein, DAS werde ich nicht erreichen. Aber ich muss es auch gar nicht! Und das ist OK!“
Deswegen habe ich ihm im Call nur eine einzige Frage gestellt.
Willst du besser sein als irgendjemand da draußen – oder besser als DU letzte Woche?
Er hat keine Sekunde überlegt: „Als ich letzte Woche.“
Genau.
Das ist die einzige Messlatte, die dir jemals ein gutes Gefühl zurückgibt. Alles andere ist ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen – und in diesem Vergleich kriegst du immer eins auf die Birne. 😅
Die Sache, die alles entspannt
Jetzt kommt der Teil, der kurz wehtut und dann aber befreit. Versprochen!
Bereit?
Du kommst im Tanzen nie an!
Conny und ich tanzen seit 25 Jahren und entdecken immer noch kleine oder große Dinge im Paartanz!
Gott sei Dank!
Ich werde wahrscheinlich mit 85 noch einen Newsletter schreiben:
„Hey, Leute! Ich habe eine neue Tanztechnik entdeckt, die so cool ist.“
Also, falls du das brauchst:
Hör auf zu fragen, wie lange muss ich noch tanzen lernen, bis ich Leichtigkeit, Spaß und Freude auf der Tanzfläche erleben darf?
Du kannst nämlich jetzt schon damit beginnen! 🎯
Dafür brauchst du keine 37 Figuren oder einen bestimmten Look oder Styling!
Nur ein paar Basic-Figuren und Prinzipien, damit du gut genug bist – weiter zu lernen – und nie damit aufzuhören!
Und natürlich die Fähigkeit, Fehler im Prozess zuzulassen, sie zu akzeptieren und eventuell aus ihnen zu lernen.
Wäre ich in meinem Lernprozess angekommen, wäre es schon längst vorbei.
Kein neues Gefühl mehr, keine Überraschungen, kein einziges „aha“ nach 25 Jahren.
Das wäre eine Katastrophe für mich!
Paartanz ist wie das Leben (oder eigentlich wie Liebe):
Messy, nie perfekt, läuft so gut wie nie nach Plan.
Und genau deswegen ist es wunderbar, weil eben unberechenbar.
Wenn du willst, dass beim Social Dancing jede Bewegung sitzt und alles perfekt ist, dann ist der sicherste Platz das Sofa und Netflix.
Sobald sich aber zwei Menschen gemeinsam bewegen, mit allem, was ihre Persönlichkeiten ausmacht, wird es unberechenbar.
Die zwei Flow-Programm Teilnehmenden sind aus Wien.
Daher sagte ich ihnen:
Stell euch vor, ihr fährt von Wien zu uns nach Graz. Ihr fährt über den Wechsel (großer Berg zwischen den zwei Städten). Ihr seid zwar noch nicht da – aber auf dem richtigen Weg. Das ist doch gut!
Aber die Aussicht da oben ist auch ziemlich schön, wenn man kurz aus dem Fenster schaut – statt nur aufs Navi zu blicken.
Statt sich also zu ärgern, dass man noch nicht in Graz angekommen ist, kann man genauso die Aussicht auf die Berge und den Weg nach Graz geniessen, die Natur dabei bewundern und gleichzeitig Zuversicht haben, weil man auf dem richtigen Weg ist. Vor allem, wenn es mal staut… 😉
Der Weg IST das Ziel!
Je eher das bei jedem von uns ankommt, desto mehr können wir wirklich jeden Moment auf der Tanzfläche wahrnehmen, inhalieren und tatsächlich geniessen und das beste draus machen.
Nicht leicht, aber es zu versuchen zahlt sich aus!
Und dann diese eine Frage, wenn du nächstes Mal mit dir unzufrieden bist:
Was kann ich heute, das ich vor 6 Monaten noch nicht gekonnt habe?
Nimm dir zehn Sekunden dafür.
Entweder wirst du überrascht sein, wie viel da schon liegt, während du die ganze Zeit auf das gestarrt hast, was noch fehlt, oder…
… du stellst fest, nichts an deinem Tanzen hat sich verändert/verbessert.
In diesem Fall musst du deine Lernaktivitäten ändern.
Da können wir dir helfen, by the way… Meine ich nur… 😉
Häppy Dancing,
Dado
P.S.
Hier sind (unter anderem) 3 Wege, wie wir dir helfen können, mehr Gefühl und Geschmeidigkeit in deinem Tanzen zu erleben:
1. Abonniere unseren YouTube-Kanal und schau dir einige unserer hilfreichen Tutorials an.
2. Werde Member unserer Online Social Dancing Academy (hier um nur 7€ für 30 Tage)und bekomme die Gamechanger-Details und gut strukturierte Programme für alle Tanzstile
3. Interessiert an einem Tanzgefühl transformierenden-Einzelcoaching mit mir persönlich, in dem wir deine blinde Spots aufdecken und deinen Lernprozess und zeitlichen Aufwand ordentlich komprimieren?