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4 essentielle Säulen des Social Dancing – Podcast Episode #2


Transkript der Episode:

In der heutigen Episode beschäftigen wir uns mit den 4 essentiellen Säulen des Social Dancing! Den meisten Social Dancer bis zum Intermediate Level fehlt mindestens eine dieser Säulen, um sich in ihrem Tanzen weiter zu entwickeln…. um den Durchbruch zum nächsten Level zu erreichen…
Von welchen Säulen ist die Rede?
Das erfährst du in dieser Episode!

Hello und willkommen in der bereits zweiten Episode des Social Dancing Podcast! Nummer 2! Man könnte schon sagen, wir haben einen richtigen Lauf, huh? Oder wie ich es immer sage: wir sind schon im Flow!

Ich hoffe dir geht´s gut und du findest genug Gelegenheiten für Social Dancing. Es ist leider keine Selbstverständlichkeit in diesen Zeiten…
Kommen wir jetzt aber zum heutigen Thema…

In der letzten Episode haben wir definiert, was Social Dancing ist und was es nicht ist… und welche Bedeutung und auch welche Funktion Tanzen in unserem Leben hat, bzw haben könnte.
Heute wollen wir noch tiefer graben und noch konkreter werden…

Heute erkunden wir nicht eine, nicht zwei, auch nicht drei…Wir erkunden die 4 essentielle Säulen des Social Dancing!
(Aber das hast du bereits im Titel der Episode gesehen…)

Am Anfang möchte ich zwei Fragen stellen:
wieso ist es wichtig, dass du diese 4 Säulen kennen musst?
Kann man nicht einfach tanzen, Spaß haben und sich darüber nicht so viele Gedanken machen?
Absolut! 

Ich wage aber zu behaupten, dass du sogar noch mehr Spaß haben wirst, wenn du die Hintergründe und Zusammenhänge etwas besser verstehst.
Das sage nicht nur ich…
Viele wissenschaftliche Studien beweisen: je tiefer das Verständnis über ein Hobby ist, desto erfüllter und bedeutungsvoller wird unser Erlebnis bei der Ausübung des Hobbys.
Damit wir es aber nicht nur bei einer theoretischen und trockenen Information über diese Säulen belassen, werde ich dir auch einige Tipps auf den Weg geben, wie du jede dieser  Säulen verbessern kannst.
So weit so gut…
Beginnen wir mit der ersten Säule…

Die erste Säule ist eine natürliche Bewegung!

Es ist glaube ich unbestritten, dass eine natürliche Bewegung die erste und wahrscheinlich auch die wichtigste Säule des Social Dancing ist.
Was versteht man aber genau unter einer natürlichen Bewegung?
Das ist eine funktionale Bewegung, die man aus dem Alltag auf den Tanz übertragen kann, die aber gleichzeitig unser Bewegungsapparat optimal unterstützt. Sie sollte also unseren Körper gesünder machen.

Das heisst nämlich, dass eine natürliche Bewegung nicht unbedingt leicht und komfortabel sein muss. Z.B. gebückt zu sitzen ist vielleicht für viele komfortabel… es unterstützt aber nicht unbedingt unser Bewegungsapparat. Es macht uns nicht gesünder und vitaler.

Wieso ist die natürliche Bewegung so elementar für Social Dancing?

Punkt 1, weil es beim Social Dancing unter anderem darum geht, die Bewegungen in Echtzeit entstehen zu lassen und unverfälscht an den Partner bzw. Partnerin übertragen zu können. Das kann nur mit einer natürlichen, nachvollziehbaren Bewegung funktionieren.

Punkt 2, weil eine natürliche Bewegung der Ausgangspunkt ist vom sogenannten authentischen Look jeder Tanzrichtung ist, wie z.B. Lindy Hop, Salsa oder Tango und wie sie alle heissen…

Aber, um eine Bewegung authentisch, sprich stilgerecht zu gestalten, müssen wir uns zuerst von gewissen stilistischen Vorstellungen, Präferenzen und eventuell vorhandenen Bewegungsmuster befreien.
Wie  Bruce Lee sagte:
“Du musst mit einem leeren Becher zu mir kommen, wenn du von mir lernen willst.”
Auf diese Thematik möchte ich aber heute gar nicht mehr so tief eingehen.
Ich hab eine ganze Episode darüber bereits in Vorbereitung.

Wie kann man also diese so wichtige natürliche Bewegung verbessern, bzw. trainieren?
Die Antwort ist einfach aber nicht leicht – du solltest dich mehr mit dem Weg als dem Ziel beschäftigen!

Was meine ich damit?
Damit die Bewegung nicht mechanisch, unnatürlich oder auf der anderen Seite überpowert oder überzüchtet wird, müssten wir weniger eine fixe Endposition oder Endpose jagen, sondern uns mehr mit der Quelle, sprich mit dem Anfang der Bewegung beschäftigen und dann von dort weiter “arbeiten”.
Auf diesem besagten Weg werden wir andere Optionen entdecken und dabei unseren Körper besser kennenlernen. 

Der Weg ist das Ziel… auch im Social Dancing… was heisst auch?
Vor ALLEM im Social Dancing…

Die zweite Säule ist die Kommunikation im Paar!

Wie wir bereits in der letzten Episode in der Definition des Social Dancing festgestellt haben, soll  Social Dance auf dem Prinzips eines Diaologs basieren, um Social Dance genannt zu werden. Diesen Dialog vereinfachen wir mit dem Begriff “Lead&Follow” und fassen dort unter anderem auch das Fundament der Connection zusammen.  Wir sehen Lead & Follow wie gesagt als Dialog, statt einem starren: Er führt, sie folgt!”
Das Tanzen hat sich mittlerweile sehr viel weiter entwickelt…

Aber, Lead & Follow ist nur ein Aspekt der Kommunikation. Darunter versteht man meistens eine physische, also taktile Führung.
In der ersten Episode habe ich es schon erwähnt: Conny und ich sind sehr bemüht, den Tanz und das Leben sehr differenziert und ganzheitlich zu betrachten..
Daher möchte ich an dieser Stelle  noch einmal betonen, dass wir die Kommunikation beim Social Dancing also so viel mehr als das typische Lead & Follow sehen.
Vor allem dann, wenn wir einen ganzheitlichen und erfüllten Tanz tanzen wollen. Wir haben sehr viel mehr Tools zur Verfügung als unsere Hände, Arme und Füße. Auch in unserem Alltag kommunizieren wir mit dem Blickkontakt, mit unserer Körpersprache, mit der Distanz zu unserem Gegenüber, sogar mit der Art unserer Ausstrahlung und Gesichtsausdruck!

Das sind alles Hinweise, die wir beim Tanzen verwenden, um unserem Partner bzw. Partnerin vermitteln, was wir als nächstes tun wollen.
Die Connection im Social Dancing ist ein sehr umfassendes Feld. Im Memberbereich unserer Social Dancing Academy haben wir ganze Masterclasses und Intensives, die sich mit diesem Thema beschäftigen und unseren Mitgliedern mit praktischen Tools und Übungen helfen, ihre Connection-Fähigkeiten zu verbessern.

Du kannst gerne schon heute ein Mitglied werden, wenn du an einer ganzheitlichen Verbesserung deines Tanzens interessiert bist, zwinker, zwinker…

Genug Werbung, zurück zum Thema:
statt dich “nur” auf ein physisches L&F zu fokussieren bzw. zu reduzieren, denke etwas weiter. Nutze deine Gestik, deine Körpersprache, die Distanz zum Partner zusätzlich zu den klassischen, physischen Tools der Kommunikation beim Social Dancing.
Wenn du das jetzt etwas abstrakt findest, denke an die vielen Alltagssituationen, in denen wir nonverbal, also hauptsächlich mit unserer Körpersprache und Gestik kommunizieren. Im Social Dancing sollten wir für eine effektive und klare Kommunikation diese Tools genauso anwenden!
Bevor wir zur dritten Säule kommen… bis jetzt haben wir #1 natürliche Bewegung und #2 die Kommunikation im Paar.

Die dritte Säule ist die Musikalität

Die Musikalität kann man eigentlich in zwei Teile teilen.
Der erste offensichtliche Teil ist der Struktur Part, in dem uns die Musik einen bestimmten Rhythmus vorgibt, damit wir im richtigen Takt bzw. Timing tanzen können. Wie so eine Art Metronom.
Leider aber bleibt für viele die Musik nur auf diesen Metronom-Part reduziert und sie schaffen es nur selten oder nie zu dem magischen zweiten Teil zu kommen.

Der zweite Teil der Musikalität ist nämlich der kreative Part!
Hier lesen wir den Charakter eines Tanzliedes ab, wir scannen die Kontraste, suchen nach Betonungen, Akzenten, Beat Drops und willkommenen Unregelmässigkeiten. Wir suchen nach interessanten übergreifenden Rhythmen, die sich mit dem “Metronom-Rhythmus” überlagern.
Diese erwähnten Aspekte machen jedes Musikstück einzigartig und lebendig.

Wir haben also die Wahl, beim Tanzen auf diese Merkmale einzugehen und unser Tanzen davon inspirieren zu lassen.
Ansonsten verpassen wir eine tolle Möglichkeit, in die Musik einzutauchen und uns so ein großes Stück Kreativität zu holen.
Und wie bei den anderen zwei Säulen, auch hier habe ich einen Tipp für dich…

Höre deine Lieblingstanzmusik ohne dabei zu tanzen!

Wenn wir im Zuhörer-Modus sind, blenden wir viel mehr den Timingteil aus und können uns dadurch viel mehr auf die anderen gerade erwähnten Aspekte konzentrieren. Probiere dabei die Melodie nachzusummen, bzw. zu erahnen, bevor der Teil kommt. Dadurch übst du dich im sogenannten Musik Lesen. Damit kannst du irgendwann jedes Lied interpretieren, auch wenn du es noch nicht kennst. 

Fakt ist: ohne diesen kreativen Teil der Musikalität entgeht uns die Möglichkeit eines einzigartigen Erlebnisses bei jedem neuen Tanz.
Es ist auch so, dass wir dann bei fehlender Musikalität in unserem Tanzen unbewusst dieses fehlende Erlebnis meistens mit einer Überzahl und Komplexität der getanzten Figuren zu kompensieren versuchen.
Dabei könnten wir mit so viel weniger Aufwand, sprich einfacheren Figuren so viel mehr Spaß beim Tanzen haben, WENN wir die kreative Musikalität in unser Tanzen integrieren.

Die Musikalität bringt uns zur vierten und letzten Säule – Improvisation

Social Dance baut enorm auf der Improvisationsfähigkeit der Social Dancer auf! So wie die Musikalität  verleiht diese Improvisationsfähigkeit jedem einzelnen Tanz eine Einzigartigkeit und Originalität.
Und natürlich spielen die Musikalität und die Improvisation Hand in Hand. Die Musikalität ist normalerweise die Hauptquelle der Inspiration für die Improvisation.

Was versteht man eigentlich unter Improvisation?
Hier ist eine Definition der musikalischen Improvisation:
Als Improvisation wird die Form musikalischer Darbietung verstanden, in der das ausgeführte Tonmaterial in der Ausführung selbst entsteht und nicht vorher schriftlich fixiert worden ist.

Ooo, merkst du da irgendwelche Parallelen zur Definition des Social Dancing aus der letzten Folge? Interessant…
Was bedeutet aber Improvisation beim Social Dancing selbst? Wie äußert sich das?

Ich würde einfach sagen, es ist eine Abweichung von der Basisstruktur. Von einem vorhandenen Grundmuster.
Das kann eine rhythmische Variation innerhalb des regulären Basic Timing sein, es kann aber auch  sein, dass wir für kurze Zeit das Timing komplett verändern.
Es heißt einfach, dass wir aus dem immer wiederkehrenden Muster aussteigen, um für mehr Verspieltheit, mehr Abwechslung… einfach mehr Pepp in unserem Tanzen zu sorgen.

Es ist quasi eine willkommene Unregelmässigkeit!

Fazit

Diese 4 Säulen sind nicht die einzigen Säulen des Social Dancing. Sie sind aber mMn tragende Säulen, ohne die Social Dancing nicht das wäre, was es heute ist – der schönste Hobby der Welt… Ich bin gaaanz objektiv! Glaub mir! 🙂
Noch einmal die 4 Säulen in verkehrter Reihenfolge: Improvisation, Musikalität, Kommunikation im Paar und eine natürliche Bewegung! 

Wieso die verkehrte Reihenfolge?
Weil sie alle sehr eng zusammenhängen und zusammenspielen.
Lass mich ganz kurz erklären…

Die Improvisation (die 4. Säule) baut also auf der Musikalität (die 3.). Um beim Tanzen im Paar gemeinsam improvisieren zu können, muss man fähig sein, das zu kommunizieren. Die zweite Säule… Um aber effektiv kommunizieren zu können, hilft eine nachvollziehbare, leicht reproduzierbare, also natürliche Bewegung. Die erste Säule!

Et voilá! Die 4 Säulen in einer perfekten Symphonie!
Was meinst du? Das Ganze wirkt als hätte ich mir dabei ein paar Gedanken gemacht, oder?

Jedenfalls, um ein ganzheitliches volles Erlebnis beim Social Dancing zu kreieren, müssen wir an allen diesen 4 Säulen, ständig arbeiten.
Das klingt jetzt wie eine Lebensaufgabe und irgendwie ist es auch so. Man wird dabei nie fertig… Und das ist auch gut so! Denn es gibt so viel Faszinierendes zu entdecken, egal wie lange man dabei ist. 

Der Weg ist das Ziel!
Es hilft aber sehr, wenn du einen Wegweiser dabei hast, da man sich dabei sehr schnell wie in einem Dschungel vorkommt und man weiß oft nicht, wo man beginnen soll und woran man als Erstes arbeiten soll.
Und wie!? 

Hier kommt unsere Social Dancing Academy ins Spiel mit ihren vielen praktischen Guides und Intensives für alle Levels.
Zwei Mal im Jahr starten wir mit einem langfristigen Mentoring Programm für unsere Premium Mitglieder, das mindestens ein Jahr dauert. In diesem Programm vertiefen wir diese 4 Säulen des Social Dancing und bringen eine ordentliche Portion an SubsTANZ in dein Tanzen. SubsTANZ finde ich cool… Hast du gar nicht bemerkt, oder?

Ich hoffe, du hast viel Substanz aus diese Episode bekommen. Wenn es so ist, dann teile gleich diese Episode mit deinen Tanzfreunden.
Wie sagt man das so: sharing is carrying! 

Also, bis zum nächsten Sonntag!

Häppy Social Dancing,

Dado

P.S. Wenn du diese 4 Säulen nicht nur kennen willst, sonder tatsächlich in dein Tanzen integrieren willst, dann ist die Mitgliedschaft in unserer Social Dancing Academy genau das Richtige für dich!

Hier bekommst du alle Informationen, die du wissen musst, um diesen wichtigen Schritt zu… na ja… zu tanzen! 😬
Häppy Social Dancing!

 

 

7 Antworten

  1. Hallo zusammen,

    sehr schön, sehr gutes Thema! Ihr habt ja schon angekündigt, dass ich gerne meine Meinung dazu beitragen kann, so werde ich das also tun 🙂
    Es ist schön zu beobachten, wie sensibel Dado du das Thema angehst, gewisse Selbstverständlichkeiten, welche bereits im Anfänger-Unterricht ausführlich zu behandeln sind, hier an dieser Stelle noch einmal zum Ausdruck bringst in einem direkten Zusammenhang mit offensichtlichen Mißständen, welche in der Realität da draussen zu beobachten sind, was die Kenntnis – oder leider Unkenntnis – dieser Selbstverständlichkeiten angeht. Oder mit anderen Worten: Sorry Leute, der herkömmliche Unterricht bringt euch leider nicht effektiv das bei, worum es geht. Wir wollen es gern anders machen, lasst uns das zusammen tun!

    Bevor ich spezielle Bemerkungen angehe, vorab die Frage: Bei kompletten Neubeginnern ist die Möglichkeit ja gegeben, den Unterricht komplett gleich von vorne „richtig“ anzusetzen. Während, wie ihr schon angesprochen habt, es sinnvoll ist, die Menschen, welche bisher schon viel ins Tanzen investiert haben, zunächst dort abzuholen, wo sie nun mal sind und sie dann behutsam und doch zielführend auf einen besseren Weg zu leiten.
    Das würde jedoch dann bedeuten, dass man zwei grundsätzlich unterschiedliche Philosophien fährt mit den zwei Zielgruppen. Sicherlich eine große Herausforderung – habt ihr das dann auch so vor? Ich meine es wäre ja schade, wider besseren Wissens im Hinterkopf den Anfängern es zunächst „falsch“ beizubringen, um es hinterher wieder zurecht zu biegen. (Dafür bezhalen die Kunden ja auch eigentlich nicht.)

    Beste Grüße
    Euer Marius

    1. Die Bemerkungen nun im Einzelnen, sie sind jedoch eigentlich als Fragen gemeint, also war das Gesagte so gemeint oder wie genau? 🙂

      Der Reihenfolge nach durchgehend springt mir zunächst ein Widerspruch vor. Es werden vier _essenziellen_ Säulen des Social Dance definiert, jedoch auch gleich bemerkt, dass den meisten Tänzer:innen des „Intermediate“ Levels mindestens eine dieser Säulen fehlt. Da stimmt was nicht, denn die Behandlung von essenziellen Basics ist im Beginner-Level abgeschlossen. Wem mindestens eine dieser essenziellen Säulen fehlt, der/die ist noch kein Intermediate.

      – Natürliche Bewegung

      Der Weg ist das Ziel, ja, dem stimme ich gerne zu! 🙂

      Finde die Beschreibung gut: Tänzerische Bewegung leitet sich ab aus alltäglicher Bewegung. Der Tanzkurs gibt hierbei Hinweise auf ungesunde oder energieraubende Körperhaltung, was sich natürlich dann auch positiv auf die Bewegung im Alltag zurückspiegelt.

      Als Mißstand wird erwähnt das häufig beobachtete Vorkommen von unnatürlicher, mechanischer, sowie „überpowerter“ Bewegung. Hier stellt sich die Frage: Warum machen wir das? Warum leiten wir unser Tanzen nicht aus der alltäglichen Bewegung ab, sondern werden hier auf einmal mechanisch oder too much?

      Eine Antwort werden wir eventuell finden, wenn wir uns die Frage stellen: Sind die Inhalte, die wir lernen, intuitiv sinnvoll und natürlich? (Im herkömmlichen Unterricht leider nicht)

      Im Hinblick auf das Thema Kommunikation finde ich die Formulierung etwas unglücklich „es geht im Social Dance unter anderem darum, Bewegung auf den Partner bzw. die Partnerin zu übertragen“. Nein, um ein „Übertragen“ von Bewegung auf eine andere Person geht es beim Tanzen zunächst grundsätzlich überhaupt nicht. Es geht darum, die eigene Bewegung möglichst klar zu kommunizieren, mitzuteilen, zu zeigen. Deutlich zu sprechen. Den Unterschied dieser Begriffe sehen wir daran, dass es nicht möglich ist, dass wir beide gleichzeitig unsere Bewegung auf den jeweils anderen übertragen, während wir jedoch sehr wohl beide gleichzeitig die eigene Bewegung dem jeweils anderen kommunizieren können.

      – Kommunikation im Paar

      Sehr gut: Ja, es ist ein Dialog. Wo es kein Dialog ist, ist es kein Paartanz. Das war schon immer so. Ein Monolog ist kein Paartanz, sondern Solo-Tanz mit Requisite.

      Noch nicht so sehr gut die „Vereinfachung mit dem Begriff Lead & Follow“ – dazu habe ich mich ja schon geäußert. Dass es hier eine gedankliche Konfusion gibt, zeigt auch die Aussage „wir betrachten Lead & Follow als Dialog statt starrem Er führt, sie folgt“. Das ist etwas verwirrend, denn wenn das „Er führt und sie folgt“ richtig gemacht wird, dann ist es sehr wohl ein vollwertiger Dialog. Zu behaupten, es wäre kein Dialog, deutet auf ein unvollständiges Verständnis von Paarkommunikationsgrundlagen und vom Führungskonzept hin… Wie ist es genau gemeint? Bei dem Mißverständnis kann es ja nicht bleiben, denn das würde sich ja auch dann weiter ziehen, wenn die Rollen wechseln können.

      Sehr gut finde ich den Versuch, das Thema Positionierung im Lead&Follow einzubringen! Denn leider ist es ein Mißstand, dass man unter Lead & Follow „vor allem taktile, physische Führung“ versteht oder gar als Haupt-Tool einzusetzen versucht. Das war eigentlich schon immer falsch. Die körperliche Positionierung macht schon immer den Hauptteil der Führung aus, was man deutlich daran erkennt, dass grundsätzlich alle Inhalte im Beginner-Bereich ausschließlich durch Positionierung und vollständigen Verzicht auf die physische Komponente geführt werden können. Also nein, ein „klassisches, offensichtliches“ Tool ist das keineswegs, „schieben“ war schon immer falsch und die proaktive, freiwillige Bewegung des Followers ist keine Innovation, das war schon immer richtig so.

      Zusatzbemerkung: Das Wort „konditionieren“ ist gefallen, das gefällt mir nicht. Es gibt kein Konditionieren, wir wollen miteinander sprechen, uns austauschen. Es ist nicht etwas, das nur so aussieht, als wäre es ein DIalog, sondern es ist ein echter Dialog. Nur dann ist es Paartanz.

      Masterclasses, Intensives, ja, wunderbar. Wie gesagt sind jedoch alle 4 Säulen Basics, welche in jeden Beginner-Unterricht ab der erste Stunde an gehören.

      – Musikalität

      „Musik gibt bestimmten Rhythmus vor, damit wir im richtigen Timing tanzen… Basic-Metronom…“ – was genau ist damit gemeint?

      Die hier beschriebenen Inhalte der beiden essenziellen Säulen Musikalität und Improvisation sind ja ein mehr als deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl auf das Mißverständnis, dass die Musik dem Tänzer:in ein bestimmtes Timing für’s Tanzen vorgibt. Was sie nämlich überhaupt nicht tut. Die meisten so genannten „Grund-“ oder „Basic“-Timings passen natürlich überwiegend zur jeweiligen Musik, sind jedoch generell willkürlich. Das ist etwas, was man von Anfang an wissen kann.

      Als häufig beobachteter Mißstand wird hier angemerkt, dass Menschen ein ganzes Lied durch „immer gleich und generisch tanzen“, weil wir so „beschäftigt sind mit anderen Dingen“ sind. Tatsächlich jedoch hat das nichts mit Mangel an Ressourcen zu tun, sondern mit einem Mangel im Grundwissen, worum es im Tanzen eigentlich geht.

      Ja, Musik hat eine Struktur, diese zu verstehen ist als Orientierung essenziell. Und die Kreativität bzw. Interpretation der Musik ist auf jeden Fall keine „Option“, sondern eine Basic-Fähigkeit. Dem stimme ich voll und ganz zu!

      – Improvisation

      Dieser Abschnitt fällt recht knapp aus, aber ich denke aus dem allgemeinen Zusammenhang wird deutlich, dass Improvisation eben _nicht_ eine „Abweichung von Basis-Struktur / Grundmuster oder eine willkommene Unregelmäßigkeit“ ist. Es gibt kein Grundmuster, die für’s Tanzen sinnvolle Basis-Struktur _ist_ bereits eine Improvisationsstruktur. Hier schließt sich dann auch der Kreis, wenn wir durch sinnvolle Inhalte im Unterricht dazu beitragen, dass eine natürliche Bewegung im Tanzen eingesetzt werden kann.

      Soweit meine Bemerkungen/Fragen, freue mich auf den Austausch!

      LG Marius

      1. The beauty of language lies in its inherent ability to utilize drastically different word combinations to express remarkably similar viewpoints

          1. In my opinion, dance is not an exact science and as such doesn’t allow itself to be defined in exact terms.

          2. Yes, but we aren’t talking about dance, we are talking about teaching an introduction to dance. And there you can be clear and consistent about what dance is. This is not a contradiction 😉

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