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Schuld vs. Verantwortung

So werden wir ein Teil der Lösung statt des Problems

Ich werde die Katze gleich aus dem Sack rauslassen und den small Talk überspringen – ich vermisse das Gefühl der Selbstverantwortung bei vielen Menschen.

Nur so nebenbei, das Gefühl vermisse ich bei mir selbst in manchen Situationen auch. Mehr dazu später…
Das fühle ich schon sehr lange und besonders in der Corona Krise wurde diese Empfindung noch mehr verstärkt. 

Was hat das jetzt mit dem Social Dancing zu tun, fragst du dich vielleicht?

ALLES!!!

Ein Szenario: 

du übst einen Move mit deinem Partner oder deiner Partnerin und etwas läuft schief. Du sagst natürlich sofort deinem Gegenüber, was  er oder sie deiner Meinung nach anders tun müsste, damit der Move am Ende doch klappt. 

Dabei verschwendest du aber nicht einen Gedanken daran, dass es vielleicht doch an dir liegt… 

Mir ist so etwas noch nie seit gestern passiert. 🙂 

Wirklich, wahre Geschichte. Gerade gestern habe ich mit Conny trainiert und Bäng! Ich mache genau diesen Fehler, den ich oben beschrieben habe. 

Sie weist mich darauf hin und ich gebe klein bei, da ich natürlich weiß, dass sie recht hat. 

Was ist in diesem Moment eigentlich passiert?
Ich habe: 

  1. Conny quasi beschuldigt, dass sie etwas falsch gemacht hat und
  2. Ich habe die Verantwortung von mir weggeschoben, dass der Fehler eventuell an mir liegt.

Beide Punkte gehören zu den größten Problemen unserer Gesellschaft, meiner Meinung nach. 

Wie kann ich Schuld von Verantwortung unterschieden?

Nehmen wir zwei extreme Situationen…

  1. Jeder beschuldigt immer die anderen und will selbst Null Verantwortung für eine bestimmte Situation übernehmen. In diesem Fall müssen IMMER die anderen (eigentlich unser eigenes) Problem lösen, oder? 

    Wo sind aber die anderen, wenn es jeder so macht?

2)   Das andere Extrem ist eine ideale Welt-Situation – jeder übernimmt eine (Teil)Verantwortung und beschuldigt die anderen nicht.

Was passiert also, wenn wir zumindest eine Teilverantwortung für eine Situation übernehmen? 

Wir fühlen, als hätten wir Kontrolle, wir können etwas daran ändern, wir haben es in der eigenen Hand.
Wenn wir andere beschuldigen, geben wir diese Super-Power ab und fallen in die Opferrolle zurück. Wir fühlen uns in dem Moment machtlos.

Natürlich wollen wir das in diesem Moment nicht so sehen, aber es IST leider so!

Es ist faszinierend, dass sich der mächtigste Mann der Welt (zumindest auf dem Papier) immer in diese machtlose Rolle zurückzieht…
Es ist also egal, ob man eine objektive Authorität und gewisse Art von Macht besitzt. Durch unsere Einstellung können wir all das auf einen Schlag verlieren.

Gibst du die Verantwortung ab, gibst du diese Power in die Hände anderer ab. 

Super simpel aber in bestimmten Situationen super schwer zu erkennen und zu reflektieren. Nur weil es manchmal schwer ist, heisst es aber nicht, du sollst es aufgeben. 😉
Dran bleiben und jeden Tag besser werden! 

Deine Umgebung wird es dir sehr danken. 😉

Verantwortung in der Corona-Zeit

Hier muss ich mich zurücknehmen, sonst wird der Artikel ein Buch…

Ich würde mir in dieser Zeit wünschen, dass Menschen realisieren, dass wir unsere Freiheit nicht aufgeben, nur weil wir z.B. Maske tragen müssen oder uns sonst irgendwie „eingeschränkt“ fühlen. 

Wir tragen unsere Freiheit tief in uns drinnen – die Freiheit selbst zu denken, selbst zu fühlen, selbst zu entscheiden. 

Das kann uns keiner wegnehmen. Punkt!

Mit der Akzeptanz und Umsetzung der Corona-Maßnahmen übernehmen wir eben die Verantwortung über die Dinge um uns herum und werden ein Teil der Lösung, statt ein Teil des Problems. Egal wie unbequem und unangenehm es für uns alle ist. Ja, selbst wenn es heisst, dass wir deswegen nicht so tanzen können, wie wir es bisher getan haben.

Meiner Meinung nach hat das nichts mit dem Freiheitsentzug zu tun! 

Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass unsere Gefühle eine Sache der Wahl ist. Zu oft geben wir diese Wahl ab und fallen dann in einen destruktiven Modus. Schade…

Fazit

Mir fehlt das Social Dancing sehr. 

Aber ich habe niemanden Vernünftigen um mich herum, den ich für diesen Umstand beschuldigen könnte. Schön blöd…

Daher liegt es alleine an mir selbst, das Beste daraus zu machen und Wege zu finden, konstruktiv damit umzugehen. 

Ich selbst warte nicht auf den Tag, an dem alles wieder normal ist. Meiner Meinung nach wird die vor-Corona-Welt nicht mehr zurück kommen. Wir werden alle lernen müssen, damit umzugehen. Wir müssen eine neue Normalität selbst kreieren.

Wenn wir dabei von dem Ort der Selbstverantwortung agieren, haben wir es in der eigenen Hand, wie (unsere eigene) Welt danach aussehen wird.

Ich bewundere dich, dass du es bis zum Ende dieses philosophischen Artikels geschafft hast und freue mich, dass du (noch) nicht eingeschlafen bist. 

Sollte ich dich mit einem Gedanken in diesem Artikel geärgert habe, übernehme ich dafür aber keine Verantwortung.
Deine Gefühle und was du daraus machst sind alleine dein Ding und das ist eine gute Nachricht! 😉

Take responsibility,
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12 Comments

  1. Nicht jeder Tag ist gleich und jeder hat wohl schon einmal Anderen für etwas die Schuld gegeben. Problematisch nur, wenn man nur so agiert und eigenes Verhalten nicht mehr reflektiert. Daher finde auch ich, jeder Einzelne sollte Verantwortung für sich und Andere übernehmen. Gilt natürlich auch beim Tanzen. Fehler macht jeder Mensch, also auch ich selbst. Wenn ich das akzeptiere, werden mich diese Fehler weiterbringen. Denn durch sie erkenne ich, an welchen Stellen ich mich verbessern muss. Da kann ich ansetzen und wenn mich ein Partner/eine Partnerin dabei unterstützt, profitieren beide.

  2. Wholeheartedly agree. But to take it one step further: social responsibility doesn’t end with passively following guidelines. Just because we‘re gradually permitted to do more, doesn‘t obligate us to do more. I‘m personally disturbed by the vast number of my friends who plan to travel this holiday season.
    Stay home and make a difference!

  3. Liebe Conny und Dado!
    Durch Zufall bin ich auf eure Seite wieder gestoßen. Ich habe eure Schule besucht, als ich noch in Graz lebte und die Schule erst eröffnet wurde. Aber ich habe euch beide noch vor der Schulegründung in einem Lokal in Graz kennengelernt – wir sind alle damals noch so jung😂 und leidenschaftlich einfach nur am Tanzen interessiert 😂 gewesen. Ihr wart ja schon damals zwei wunderbare Menschen. Aber wenn ich mir deine und Connys Worte so durchlese, kann ich nur sagen- ihr habt euch zu ganz tollen Persönlichkeiten entwickelt, die nicht nur jung und hübsch 😂sind, sondern auch sehr vieles bewegen. Ich bin so froh, dass ich vor so vielen Jahren euch kennenlernte. Eine Bereicherung für mein Leben! Danke! Danke, Conny, für deine wahre Schönheit – innen und außen, für deine Weisheit und dein sooo großes Herz! Danke, Dado, für deine wahre Größe und Wärme!

    1. Oh, liebe Elena, das ist sooo lieb von dir. Herzlichen Dank! Beim Lesen sind wir beide etwas rötlich im Gesicht geworden. 🙂 Ich hoffe, dir geht´s gut in diesen komischen Zeiten…

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